Dreitägige Hüttentour durch das SalzburgerLand in Österreich

Den ganzen Tag durch die Berge wandern, abends bei einem Teller Kaiserschmarrn die letzten Sonnenstrahlen genießen und am nächsten Morgen mit dem Geräusch der Kuhglocken aufwachen und wieder aufbrechen. Eine Hüttentour klingt nicht nur super, das ist auch. Und ob du nun zum ersten Mal eine mehrtägige Wanderung machen möchtest oder schon einige gemacht hast, eine Hüttentour im Salzburger Land ist sicherlich eine gute Idee. Diese Region im Norden von Österreich ist ein fantastisches Wandergebiet. Wir entschieden uns für einen Teil des Wanderweges Salzburger Almenweg, packten unsere Rucksäcke, zogen unsere Wanderschuhe an und machten uns auf den Weg zu drei Tagen in die Berge.

350 Kilometer durch das Salzburger Land: der Salzburger Almenweg

Das Salzburger Land hat die höchste Dichte an Almen in Österreich. Ein Teil davon ist durch den Fernweg Salzburger Almenweg verbunden. Die Wanderroute ist 350 Kilometer lang und in 31 Etappen unterteilt. Die Etappen haben unterschiedliche Längen und Schwierigkeitsgrade. Dadurch ist es sehr gut möglich, selber eine Mehrtagestour oder eine Tageswanderung zusammenzustellen. Außerdem kommst du auf dem Weg an vielen Almhütten vorbei, wo du die lokalen Spezialitäten genießen oder sogar übernachten kannst. Mit den Wanderbussen gelingst du in der Regel wieder zum Ausgangspunkt zurück, so dass der Salzburger Almenweg auch erwandert werden kann, wenn du kein Auto hast oder wenn du dein Auto mal stehen lassen möchtest.

Eine Hüttentour auf dem Salzburger Almenweg

Für unsere Hüttentour im Salzburger Land haben wir uns drei Tage Zeit genommen und fünf Etappen ausgewählt, die uns schön erschienen. Entlang des Almenweges gibt es keinen Mangel an Hütten, so dass auch diese schnell gebucht waren. Wir ließen unsere Sachen in der Ferienwohnung in Radstadt und fuhren mit dem Wanderbus zum Zauchensee. Dort begann unser Abenteuer!

Tag 1: Vom Zauchensee zur Südwienerhütte

  • Länge: 11 Kilometer (+1,8 km)
  • Höhemeter: 700 Meter (+240 m)
  • Zeit: ungefähr 4,5 uur (+0,5 Stunde)
  • Startpunkt: Zauchensee
  • Ziel: Südwienerhütte
  • Etappen vom Salzburger Almenweg: Etappe 22 und die Hälfte von 23

(Wenn du mit dem Bus oder dem Auto zum Zauchensee fährst und dort startest anstatt am Etappenanfang an der Oberzauchenseehütte, kommen die Zeiten und Abstände zwischen Klammern hinzu.)

Nach einem steilen Aufstieg vom Zauchensee zur Oberzauchenseehütte folgt ein weniger steiler Anstieg zur Stublhöhe. Hier wirst du mit einer schönen Aussicht auf beide Seiten des Berges belohnt. Dann steigst du zur Tauernkarrleitenalm ab. Auf dieser idyllischen Almwiese werden Käse, Milch und Butter hergestellt. Man kann hier auch einkehren und mit Kaffee und Kuchen oder etwas Herzhaftes die Aussicht genießen.

Nach all diesen Höhenmetern folgt der Abstieg zur Vordergnadenalm. Sie liegt am Ende eines idyllischen Tals, durch das die Taurach fließt. Für diejenigen, die noch genug Energie haben, kann ich einen Abstecher zum beeindruckenden Johannesfall empfehlen. Dieser Wasserfall fällt meterhoch herab und man kann sogar hinter dem Wasser gehen. Du wirst
den Johannesfall zwar auf dem Salzburger Almenweg von oben sehen, aber von ganz nah ist der Wasserfall viel spektakulärer.

Es folgt ein relativ flacher Abschnitt bis zur Hintergnadenalm. Es ist ratsam hier noch etwas zu essen und trinken, wenn du für den letzten steilen Anstieg des heutigen Tages einmal durchatmen möchtest. Und dann heißt es: Zähne zusammenbeißen und los geht’s. Du machst fast 500 Höhenmeter auf einer Strecke von etwa 2 Kilometern. Das Moment aber, dass du das Fähnchen der Südwienerhütte hinter dem letzten Felsen siehst… Geschafft! Der Blick über das Tal macht ohnehin alles wieder gut.

In der Südwienerhütte teilt Tanja gegen 17 Uhr die Räume auf. Sie fragt, wer an diesem Abend mitessen möchte und was die Gäste sich wünschen. Das Essen hier ist sehr empfehlenswert. Selten habe ich so leckere Spinatknödel gegessen!

Ob wir noch mehr Knödel möchten? Dazu können wir nicht nein sagen. Danach gehen wir noch kurz raus, um zu sehen wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Müde, gesättigt und zufrieden fallen wir um halb 10 ins Bett. Ab 10 Uhr herrscht Hüttenruhe und hören wir nur manchmal das Muhen der Kühe. Was für ein Tag.

Tag 2: Von der Südwienerhütte zur Oberhütte

  • Länge: 15 Kilometer
  • Höhemeter: 800 Meter
  • Zeit: ungefähr 5 Stunden
  • Startpunkt: Südwienerhütte
  • Ziel: Oberhütte
  • Etappen vom Salzburger Almenweg: die Hälfte der Etappe 23 und Etappe 24

Früh ins Bett gehen bedeutet auch frühwieder aufwachen. Außerdem ist es morgens noch schön kühl zum Wandern, und das Frühstück wird in den Hütten oft schon früh serviert. Nach einem Sandwich mit Bergkäse und einer Tasse schwarzen Kaffee gehen wir um 8 Uhr los. Die ersten Sonnenstrahlen kommen gerade über den Berg.

Die Wanderung beginnt mit dem Hirschwandersteig, einem ziemlich flachen Wanderweg unter einer beeindruckenden Felswand. Der Weg ist schmal und links fällt der Berg steil ab. Es ist nicht gefährlich, wenn du fest in deinen Schuhen stehst. Danach muss man aufpassen, denn während des langsamen Abstiegs zur Neuhofalm ist der Wanderweg nicht immer gut sichtbar. Achte auf die gemalten österreichischen Flaggen auf den Felsen und du wirst deinen Weg zum Wisenegg-Tauernhaus, am Stadtrandt von Obertauern, finden. Hier beginnt die Etappe 24 des Salzburger Almenweges.

Unmittelbar hinter dem Tauernhaus führt der Wanderweg den Berg hinauf. Wer 300 Höhenmeter “sparen” will, kann auch mit der Grünwaldkopfbahn nach oben fahren (nur im Sommer). Ansonsten erwartet dir ein kurzer, aber steiler Aufstieg zum Gründwaldsee. Hinter dir hast du einen Blick auf das Skigebiet. Persönlich fanden wir diesen Teil wegen all der Skilifte, die in der schönen Berglandschaft etwas stören, nicht sehr interessant.

Oben angekommen, kannst du ein erfrischendes Bad im Grünwaldsee nehmen. Oder möchtest du lieber bei einem kalten Getränk auf der Hochalm abkühlen? Wir wählten die erste Möglichkeit und gingen dann direkt den Berg noch ein Stück hinauf. Und wow, dort gab es einen noch schöneren See: den Krummschnabelsee. Hier kannst du eines der drei SUP-Boards kostenlos nutzen. Stand up paddeln mit schneebedeckten Berggipfeln im Hintergrund: Traumhaft! Wenn du dich lieber etwas ausruhen möchtest, kannst du auch ein kleines Picknick auf einer der kühlen Wanderbänke machen.

Nach der Pause steigst du zum Knappenhaus ab (Achtung: auch hier kannst du leicht den Weg verlieren, wenn du nicht auf die Markierungen achtest) und machst dann einen sehr steilen Anstieg über die Seekarschafte. Hier hast du wahrscheinlich die spektakulärste Aussicht von heute. Du stehst auf einem Bergrücken, von dem aus man in beide Richtungen schauen kann. Graue Felsen, grünes Gras, kleine Seen: Die Landschaft hier ist hier besonders schön. In der Ferne sieht man bereits das Ziel dieser Etappe: den Oberhüttensee.

Täusch dich nicht, es ist kein leichter Abstieg, und du bist noch mindestens eine Dreiviertelstunde zur Hütte unterwegs. Aber die Belohnung, wenn man den Oberhüttensee und die Oberhütte erreicht, ist groß. Auch hier kannst du noch mal baden gehen! Oder lass dich von den fantastischen Köchen der Oberhütte verwöhnen. Die Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren sind die besten, die ich je gegessen habe. Und fragst du dich, warum sie so gelb sind? “Unsere Hühner legen nicht genug Eier, weshalb wir mehr von einem Bauernhof in der Nähe bekommen. Aber jede Portion Kaiserschmarrn enthält etwa eines unserer Eier, und ihre Ernährung gibt ihnen ein extrem gelbes Eigelb”, erklärte uns eine der Damen der Familie Oberkofler.

Auf der Hütte selbst ist die Atmosphäre warm und gemütlich. Am Abend leihen sich viele Gäste ein Spiel aus, bevor alle gegen 10 Uhr in ihren Schlafsack kriechen. Es gibt Dorms (mit Regalen zur Trennung der Betten) oder Doppelzimmer.

Tag 3: Von der Oberhütte nach Radstadt

  • Länge: 21,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 270 Meter
  • Zeit: ungefähr 6 Stunden
  • Startpunkt: Oberhütte
  • Ziel: Radstadt
  • Etappen vom Salzburger Almenweg: Etappe 25 und 26

Diese Etappe beginnt mit einem steilen Abstieg auf einem steinigen Waldweg von der Oberhütte zur Vogeialm. Kurz nach dem Anfang erreichst du den Oberhüttenbach, der dich noch lange begleiten wird. Von der Vogeialm geht es immer noch hinunter, aber nicht mehr so steil. Man läuft eine ganze Strecke auf der Straße, aber etwa zwei Kilometer vor Forstau gehst du zum Glück von der Straße weg und auf dem idyllischen Bachweg weiter ins Dorf. Wenn du dort wieder zu Kräften kommen möchtest, kann ich dir ein Mittagsessen im Forstauer Wirtshaus empfehlen.

Von Forstau sind es 8,5 km zu Fuß nach Radstadt. Im ersten Teil gehst du durch den Wald, danach durch Felder am Fluss entlang. Als wir diesen Weg gingen, gab es etwa fünf Kilometer vor Radstadt Bauarbeiten, sodass es keinen Wanderweg mehr gab. Am besten geht man rechts an den Werken vorbei, damit man wieder auf dem Fußweg landet. Dann wanderst du entlang der Enns bis zum heutigen Zielort. Das klare Wasser plätschert zuerst zu deiner rechten Seite, nach der Brücke zu deiner linken. Schließlich gelingst du in das historische Zentrum von Radstadt. Die vielen Terrassen der Cafés und Restaurants sehen nach der Wanderung wahrscheinlich sehr einladend aus.

Tipp: Wer diese etwas unspektakuläre Etappe abkürzen möchte, aber nach Radstadt zurückkehren muss, kann von der Oberhütte nach Obertauern wandern und dann mit dem Wanderbus nach Radstadt fahren.

Praktische Informationen zur Hüttentour im Salzburger Land

Du hast dich entschieden: Ich werde eine Hüttentour im Salzburger Land machen. Und jetzt kommt die praktische Vorbereitung. Gerne helfe ich dir anhand den auf Instagram häufigst gestellten Fragen über unsere Hüttentour.

Wie läuft eigentlich eine Hüttentour ab?

Es gibt wahrscheinlich keinen einfacheren Weg, Urlaub zu machen. Man läuft den ganzen Tag bis zur nächsten Hütte. Dort meldest du dich beim Hüttenwirt oder bei der Hüttenwirtin, die dir dein Zimmer oder Bett zeigen wird. Abends kannst du in der Regel noch etwas essen und dich im Wohnzimmer hinsetzen. Ab etwa 22 Uhr herrscht meistens Hüttenruhe. Einige Hütten bieten Frühstück an. Am Vorabend vor dem Frühstück wird dir mitgeteilt, um wie viel Uhr es Frühstück gibt, bzw. bei wenigen Gästen wird euch gefragt, wann das Frühstück fertig sein sollte.

Was nimmst du auf eine Hüttentour mit?

Was du mitnimmst, hängt natürlich von der Jahreszeit, dem Gebiet und von dir selbst ab. Aber diese Dinge sollten in deinem Wanderrucksack auf keinen Fall fehlen, wenn du auf eine Hüttentour gehst:

  • Hüttenschlafsack (ist fast immer Pflicht)
  • Set trockene/saubere Kleidung für abends
  • Bargeld
  • Kleiner (Mikrofaser-)Handtuch
  • Eine Wanderkarte (ein Handy reicht nicht aus, weil man nicht immer Reichweite und/oder Strom hat)

Tipp: Eine praktische Packliste für eine Hüttentour findest du z.B. bei Globetrotter.

Was kostet eine Hüttentour in Österreich?

Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Du kannst es so teuer machen, wie du möchtest. Für Mitglieder eines Bergsportvereins kostet eine Übernachtung in den meisten Berghütten etwa € 35,- pro Person und Nacht (Übernachtung € 12,-, Abendessen € 8,- bis 15,- und Frühstück € 5,- bis 10,-). Nichtmitglieder zahlen oft das Doppelte für eine Übernachtung (exkl. Essen). Du kannst die Hüttentour viel billiger machen, wenn du dein eigenes Essen mitbringst. Du musst dann jedoch ein zusätzliches Gewicht einkalkulieren. Unsere Erfahrung ist, dass vor allem die Getränke auf den Hütten teuer sind. Bei einigen Hütten zahlst du auch für das Duschen.

Wann kann man in Österreich eine Hüttentour machen?

Die beste Jahreszeit für diese Hüttentour im Salzburger Land ist, wie für alle Hüttentouren in Österreich, von Mitte Juni bis Ende September. In dieser Zeit hat man in der Regel gutes Wetter, die Wege sind schneefrei und die meisten Hütten entlang der Routen sind geöffnet.

Mehr Tipps für Österreich

  • Wenn du schon mal im Salzburger Land bist, lohnt sich natürlich auch ein Besuch an der wunderschönen Stadt Salzburg. Jens vom Reiseblog Overland Tour verrät dir, welche Sehenswürdigkeiten in Salzburg du unbedingt gesehen haben solltest.
  • Das PillerseeTal ist DIE Region für Outdoor-Liebhaber. Hier kannst du wandern in den Bergen, Stand Up Paddeln auf dem Pillersee oder auch das größte begehbare Gipfelkreuz der Welt besteigen.

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